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Eigenprojekte im Wandel der Zeit

Mit dem Slogan „Naturschutz ist erfolgreich“ bewirbt die Gregor Louisoder Umweltstiftung bereits seit vielen Jahren die zahlreichen Erfolge der Naturschutzbewegung.

Weltweit konnten in den letzten Jahrzehnten wichtige Teile des Naturerbes in Nationalparken und ähnlichen Schutzgebieten gesichert werden, doch weite Teile der Bevölkerung scheinen dies nicht wahrzunehmen. Im Gegensatz zu den vielfältigen Katastrophenmeldungen zu dem Thema.

Zeitgleich setzen Tabakkonzerne und Energieproduzenten Bilder intakter Natur für ihre Imagewerbung ein. Warum sollte man also nicht auch erfolgreiche Naturschutzarbeit mit Bildern heiler Natur bewerben? Denn schließlich ist es ein großes Problem der Naturschutzbewegung, dass wenn sie erfolgreich gearbeitet hat, eben nichts zu sehen ist. Es also zum Beispiel keine mit Talbrücken versperrte Landschaft gibt, sondern ein Stück erhaltener Natur.

Lebensraum für Mensch und Natur erhalten

Eine der eingangs erwähnten Katastrophenmeldungen in Sachen Naturschutz war in den letzten Jahrzehnten der Bau des Rhein-Main-Donaukanals und die damit verbundene Zerstörung des Altmühltals. Umso sensibler reagierte die Naturschutzbewegung daher, als es um einen Maximalausbau der Donau auf der Gesamtstrecke zwischen Straubing und Vilshofen und um Stichkanäle im Bereich der Mühlhamer Schleife ging. 

Als die bayerische Staatsregierung sich im März 2013 endgültig für einen sanften Ausbau der Donau entschieden, waren all diese Pläne gestoppt. Der Bayerische Amazonas, wie dieser Bereich wegen seiner extrem hohen Artenvielfalt und dem Vorkommen vieler im restlichen Bayern bereits ausgerotteten Tier- und Pflanzenarten auch genannt wird, bleibt also kommenden Generationen als Lebensraum für Mensch und Natur erhalten. 

Der Kampf um das letzte Stück unverbaute Donau hat unter anderem gezeigt: es müssen in Deutschland weitere Schutzgebiete ausgewiesen und die Standards in den bereits bestehenden Gebieten dringend erhöht werden. Die Schutzbestimmungen sind dort bisher oft sehr schwach oder nicht konkret genug formuliert. Für viele bereits bestehende Schutzgebiete ist zumindest für Teilflächen ungestörte Naturentwicklung vorgesehen, in der Praxis wird dies aber bisher nicht umgesetzt. Außerdem müssen diese Wildnisschutzgebiete offen für Menschen sein, die Naturerfahrung suchen.

Diese Gedanken und Hintergründe waren es unter anderem, die mit zur Schaffung des Projekts Naturschutzoffensive für Deutschland geführt haben. Darin bündelt die Gregor Louisoder Umweltstiftung nun sowohl die Kampagne „Naturschutz ist erfolgreich“ als auch die nun zum Glück hinfällig gewordene Donaukampagne, deren Motto „Sei ein Tropfen“ ebenso treffend auf den Kampf um mehr Wildnisschutzgebiete angewendet werden kann.